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Bitte anfassen! | Touch this!


3D-Effekt mal anders

3D-Effekt mal anders

Vor einiger Zeit stieß ich mehr zufällig auf ein Video, in dem eine interessante Maltechnik gezeigt wurde: auf die Malfläche wurde eine gipsähnliche Masse in einer Stärke von ca. 5 – 8 mm aufgestrichen und nach eine kurzen Antrockenzeit bestempelt. Zum Stempeln wurden alle möglichen Gegenstände verwendet: Bestandteile eines Uhrwerks, ein Gürtel mit vielen Nieten, eine grobe Bürste, eine Fahrradkette – kurz: alles, was stabil genug war, um im noch feuchten Gips eine Struktur zu hinterlassen. Nach dem Durchtrocknen wurde das ganze mit einem weißen Grundanstrich versehen und danach mit einer besonderen Wischtechnik eingefärbt. Um die Struktur zu verstärken, wurde – ähnlich einer Patina – zuletzt ein dunkler Ton sparsam aufgetragen. Das gefiel mir und die nächste greifbare Tabakdose musste als Testobjekt herhalten.
Die gipsähnliche Masse hatte ich natürlich nicht greifbar, also mischte ich einfach starken Tapetenkleister mit einem Schuß Holzleim und etwas Acrylfarbe; für das Volumen wurde ein wenig feiner Sand eingestreut und das ganze auf den Deckel aufgestrichen. Leider wollte sich in diese Masse partout keine Struktur einstempeln lassen *gg* also überlegte ich: wenn sich nichts einstempeln ließ, musste ich eben eine Struktur darüberlegen! Der Leim war noch feucht genug und so legte ich darauf, was gerade greifbar war und mir einigermaßen passend erschien: ein blätterartiges Filzstück, ein Fetzen eines Gitterbandes, ein paar kleine Perlen und ein paar dünne aufgesplitterte Streichholzfasern. Das ganze wurde nacheinander mit ein paar dünnen Lagen einer Serviette abgedeckt, um eine geschlossenere Oberfläche zu erhalten.
Nach dem Durchtrocknen wurde alles hell grundiert und nacheinander unterschiedlich eingefärbt. Der besondere Witz an dieser Maltechnik besteht darin, dass man keinen Pinsel benutzt, sondern alles unregelmäßig einfach mit den Fingern verrieben wird; an hellen Stellen wird die Farbe sofort mit einem Tuch wieder weggewischt. Man arbeitet dabei von hell nach dunkel und durch die Farbwahl (gelb, türkis, rotorange, braun) bekommt das Ganze einen etwas „rostigen“ Anstrich. Zuletzt wurde das Ganze mit einem Ornamentstempel und „perfect medium“, eine Art klebriges transparentes Embossingkissen, unregelmäßig bestempelt und perfect gold mit dem passenden Pinsel darübergestäubt. Ich mag diese Farben von perfect pearls ohnehin; in diesem Fall habe ich sie auch deshalb verwendet, weil sie auf dieser Oberfläche besser haften und die feine Ornamentzeichnung in ihren Details besser wiedergibt als jedes Stempelkissen.
Im Nachhinein muss ich sagen: meine selbst fabrizierte Sand-Mischung war doch nicht ganz umsonst – die grobe unregelmäßige Struktur ist auf der Oberfläche gut sichtbar und unterstützt den rustikalen Effekt. Wieder etwas gelernt! Wie heißt es doch so schön: kreativ ist, sich Fehler zu erlauben. Kunst ist, zu wissen, welche man beibehalten muß.😉

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Some time ago accidentally I came across a video which shows an interesting painting technique: the base was covered 0,2 – 0,35 inches thick with a gesso-like material and stamped after a short time drying. There were used different objects for stamping: parts of a clockwork, a belt with rivets, a rough scrubber, a bicycle chain – in short: everything that’s stable enough to leave a mark in the still moist gesso. After drying the surface was furnished with a primer coat and colored by using a kind of smear painting. To strengthen the texture finally a dark colour, like patina, was applied partly. I really loved this technique, so the next best tobacco box suits me just fine. Needless to say gesso wasn’t available, so I mixed some strong wallpaper paste with a bit wood glue and some acrylic paint; to get some space volume I interspersed some fine sand and applied it onto the lid of the box. Unfortunately there was no chance to stamp a texture into this surface *gg* so I changed my mind: if you can’t stamp into the surface you have to add the texture by a layer above ! The glue was still soggy and so I placed everything upon that was in my grasp and seemed convenient to me: a leaf-shaped piece of felt, a rag of grid-ribbon, some tiny pearls and a few thin splinted parts of matches. The whole collage was covered with some thin napkin-layers to get an enclosed surface.
After hard-drying the whole box was coated with light acrylic paint and colored variably one after another. The essential feature of this painting technique is painting by hand, not by paintbrush –  the color is applied uneven and you get light parts by wiping away the color immediately with a rag. You have to work from light to dark color and by the choosen range of colors (dark yellow, turquoise, redorange, brown) the whole thing gets a kind of „rusty“ look. Finally the whole box was stamped using an ornament rubber stamp and perfect medium, a kind of sticky translucent embossing stamping pad; the golden color was applied with a special paintbrush and perfect gold. I really love those metallic shiny colors; in this case I go for perfect pearls, because they adhere much better on this kind of surface and the delicate drawings of the stamped ornament will be reflected much better than a regular stamping pad can do.
In retrospect I dare say: my d.i.y.-sand-mixture still wasn’t for nothing – the rough uneven texture is visible and supports the rustic, vintage look. Another new experience! As the saying goes accurately: Creativity is allowing yourself to make mistakes. Art is knowing which ones to keep.😉

vorher - nachher

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gestempelt

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Stempeldetail

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