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3D-Effekt mal anders

3D-Effekt mal anders

Vor einiger Zeit stieß ich mehr zufällig auf ein Video, in dem eine interessante Maltechnik gezeigt wurde: auf die Malfläche wurde eine gipsähnliche Masse in einer Stärke von ca. 5 – 8 mm aufgestrichen und nach eine kurzen Antrockenzeit bestempelt. Zum Stempeln wurden alle möglichen Gegenstände verwendet: Bestandteile eines Uhrwerks, ein Gürtel mit vielen Nieten, eine grobe Bürste, eine Fahrradkette – kurz: alles, was stabil genug war, um im noch feuchten Gips eine Struktur zu hinterlassen. Nach dem Durchtrocknen wurde das ganze mit einem weißen Grundanstrich versehen und danach mit einer besonderen Wischtechnik eingefärbt. Um die Struktur zu verstärken, wurde – ähnlich einer Patina – zuletzt ein dunkler Ton sparsam aufgetragen. Das gefiel mir und die nächste greifbare Tabakdose musste als Testobjekt herhalten.
Die gipsähnliche Masse hatte ich natürlich nicht greifbar, also mischte ich einfach starken Tapetenkleister mit einem Schuß Holzleim und etwas Acrylfarbe; für das Volumen wurde ein wenig feiner Sand eingestreut und das ganze auf den Deckel aufgestrichen. Leider wollte sich in diese Masse partout keine Struktur einstempeln lassen *gg* also überlegte ich: wenn sich nichts einstempeln ließ, musste ich eben eine Struktur darüberlegen! Der Leim war noch feucht genug und so legte ich darauf, was gerade greifbar war und mir einigermaßen passend erschien: ein blätterartiges Filzstück, ein Fetzen eines Gitterbandes, ein paar kleine Perlen und ein paar dünne aufgesplitterte Streichholzfasern. Das ganze wurde nacheinander mit ein paar dünnen Lagen einer Serviette abgedeckt, um eine geschlossenere Oberfläche zu erhalten.
Nach dem Durchtrocknen wurde alles hell grundiert und nacheinander unterschiedlich eingefärbt. Der besondere Witz an dieser Maltechnik besteht darin, dass man keinen Pinsel benutzt, sondern alles unregelmäßig einfach mit den Fingern verrieben wird; an hellen Stellen wird die Farbe sofort mit einem Tuch wieder weggewischt. Man arbeitet dabei von hell nach dunkel und durch die Farbwahl (gelb, türkis, rotorange, braun) bekommt das Ganze einen etwas „rostigen“ Anstrich. Zuletzt wurde das Ganze mit einem Ornamentstempel und „perfect medium“, eine Art klebriges transparentes Embossingkissen, unregelmäßig bestempelt und perfect gold mit dem passenden Pinsel darübergestäubt. Ich mag diese Farben von perfect pearls ohnehin; in diesem Fall habe ich sie auch deshalb verwendet, weil sie auf dieser Oberfläche besser haften und die feine Ornamentzeichnung in ihren Details besser wiedergibt als jedes Stempelkissen.
Im Nachhinein muss ich sagen: meine selbst fabrizierte Sand-Mischung war doch nicht ganz umsonst – die grobe unregelmäßige Struktur ist auf der Oberfläche gut sichtbar und unterstützt den rustikalen Effekt. Wieder etwas gelernt! Wie heißt es doch so schön: kreativ ist, sich Fehler zu erlauben. Kunst ist, zu wissen, welche man beibehalten muß. 😉

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Some time ago accidentally I came across a video which shows an interesting painting technique: the base was covered 0,2 – 0,35 inches thick with a gesso-like material and stamped after a short time drying. There were used different objects for stamping: parts of a clockwork, a belt with rivets, a rough scrubber, a bicycle chain – in short: everything that’s stable enough to leave a mark in the still moist gesso. After drying the surface was furnished with a primer coat and colored by using a kind of smear painting. To strengthen the texture finally a dark colour, like patina, was applied partly. I really loved this technique, so the next best tobacco box suits me just fine. Needless to say gesso wasn’t available, so I mixed some strong wallpaper paste with a bit wood glue and some acrylic paint; to get some space volume I interspersed some fine sand and applied it onto the lid of the box. Unfortunately there was no chance to stamp a texture into this surface *gg* so I changed my mind: if you can’t stamp into the surface you have to add the texture by a layer above ! The glue was still soggy and so I placed everything upon that was in my grasp and seemed convenient to me: a leaf-shaped piece of felt, a rag of grid-ribbon, some tiny pearls and a few thin splinted parts of matches. The whole collage was covered with some thin napkin-layers to get an enclosed surface.
After hard-drying the whole box was coated with light acrylic paint and colored variably one after another. The essential feature of this painting technique is painting by hand, not by paintbrush –  the color is applied uneven and you get light parts by wiping away the color immediately with a rag. You have to work from light to dark color and by the choosen range of colors (dark yellow, turquoise, redorange, brown) the whole thing gets a kind of „rusty“ look. Finally the whole box was stamped using an ornament rubber stamp and perfect medium, a kind of sticky translucent embossing stamping pad; the golden color was applied with a special paintbrush and perfect gold. I really love those metallic shiny colors; in this case I go for perfect pearls, because they adhere much better on this kind of surface and the delicate drawings of the stamped ornament will be reflected much better than a regular stamping pad can do.
In retrospect I dare say: my d.i.y.-sand-mixture still wasn’t for nothing – the rough uneven texture is visible and supports the rustic, vintage look. Another new experience! As the saying goes accurately: Creativity is allowing yourself to make mistakes. Art is knowing which ones to keep. 😉

vorher - nachher

vorher - nachher

Detail

Detail

Detail

Detail

gestempelt

gestempelt

Stempeldetail

Stempeldetail

Lakritze aus der Büchse | tin can(dy)

Gestatten: Robi

Gestatten: Robi

Schon wieder eine Wichtelei – diesmal zum Thema Miniaturen. Ich gebe zu, sooooo klein ist mein Mini-Roboter nicht geworden, aber putzig fand ich ihn trotzdem 🙂 Der Körper besteht aus einem konventionellen Mini-Teedöschen, als Füße dient ein einzelner Gardinenraffer aus Metall (aus dem bekannten schwedischen Möbelhaus), als Arme habe ich zwei Foldback-Klammern verwendet. Eine Hälfte eines Tee-Eis dient als Kopf, die Mütze ist der Deckel eines kleinen Pillendöschens, als Augen mussten zwei Ohrstecker herhalten, zwei Nieten als Ohren und für den Mund eine Feder aus einem Haarclip. Der Kopf sitzt auf einer weiteren Feder (vergleichbar mit denen aus Kugelschreibern, bloss etwas größer), ist aber verdeckt durch einer Gummiröhre, die ich einfach einem meiner Glitzerschreiber abgezogen  habe … Dazu bekam mein Robi einen Chinesenzopf aus etwas dickerem Garn und einen Anhänger samt Kette, wie man sie für Schlüssel verwendet. Was fehlt noch? Ach ja, der Knopf auf dem Hut – ein Teil eines etwas voluminösen, aber äußerst dekorativen Ohrhängers, der schon beim Kauf zum Basteln bestimmt war. Er hat bereits ein kleines Loch, durch das wieder etwas perlenbestücktes Garn gezogen wurde. Damit der Kleine nicht nur zur Dekoration herumsteht, sondern sich auch nützlich macht, wurde er mit Lakritz befüllt. Ist der kleine Robi nicht niedlich? 😉 Weil Robi nicht so wahnsinnig klein geworden ist, gab’s noch ein echtes Miniatur-Kärtchen dazu. Format: 30 x 47 mm. Und wer wissen möchte, woher die Metallhülle stammt, sollte sich mal eine Diskette aus den Urzeiten der Informationstechnologie genauer anschauen … 😉

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Secret santa once more – this time the deal was „miniatures“. I truly admit – my mini-robot hasn’t become that small – nevertheless I think he’s growing somehow cute 🙂 The body is made of a conventional little tea jar, the feet are made of one metallic drape mounting element (of the well-known swedish furniture store), its arms are two foldback binder clips. The head is made of one half of a tea-egg, the cap is the lid of a tiny pill box, two studs are used for the eyes, two rivets for the ears and a kind of spring for the mouth (I took it out of a barrette). The head is fastened at another spring (similar to those ones in ballpens, but a bit larger), but covered by a rubber tube, which I simply took from one of my glitter pens … Besides my robi gets a chinese plait made of thick twine and a pendant including a chain like those ones used for keys. Anything missing? Alas, the knob on top of the cap – it’s a part of a bulky but extremely decorative dropped earring I already bought for handycrafts. Yet it’s got a small hole which was used to pull through a twine assembled with some pearls. So that the little boy doesn’t stand around just for decorative reasons but render something useful its tiny tummy was filled with some licorice. Isn’t he cute, that little robi? Because he did’nt get as that small, I added a real small card: 1.2 x 1.9 inches. And if you like to know wherefrom I got the metallic case: please have a detailed look at a simple floppy disc out of the primitive times of information technology … 😉

lecker gefüllt

lecker gefüllt

Portrait

Portrait

Die Füsse

Die Füsse

ein schöner Rücken ...

ein schöner Rücken

das Käppi

das Käppi

das Kärtchen

das Kärtchen

... geöffnet

... geöffnet

Drachenbox | dragon’s box

Frontalansicht

Frontalansicht

… oder: ich war eine Blechdose – Ergebnis einer Wichtelrunde im Sommer 2008. Material für die Basis: die besagte Blechdose (mit einem geeigneten Dosenöffner lassen sich scharfkantige Ränder vermeiden!), Prägekarton mit Schlangenhaut-/Reptilienprägung, ein schöner Drachenstempel und selbstklebende Goldfolie (hier war’s ein simples Klebeband). Zum Verzieren des unteren Bereichs: transparente Kunststoffperlen und dünne Schnüre (etwa in der Stärke von Fadenvorhängen). Restliches Dekor: Bottlecaps, farblich passendes Papier als Einlage sowie farblich passende Bänder; für den Deckel zusätzlich ein schmales Lederband und zwei dicke Holzperlen. Für das Innenleben empfiehlt sich Moosgummi oder Filz; beides passt sich gut den Rundungen an und lässt sich gut verkleben. Auch auf der Unterseite der Dose ist eine Lage Moosgummi (oder Filz oder Kork) zu empfehlen, um die Oberflächen zu schonen, auf denen die Dose später stehen wird. Schon ein wenig aufwendig, aber nicht kompliziert – auf jeden Fall aber sehr effektvoll.

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… in other words: once I’ve been a tin can – result of a secret santa in summer 2008. Basic ingredients: the said tin can (avoid sharp edges using a special can-opener!), special embossed cardstock with reptile surface, a nice dragon stamp and adhesive gold-colored foil (in this case a small but mostly gleaming adhesive tape!). Decoration of the lower area: transparent plastic pearls and thin cord (like the ones of door-curtains). For the rest of the decoration: bottlecaps, color-coordinated paper to stick in and also color-coordinated ribbons; at last a small leather belt and two thick wooden pearls for the lid. For the inside section foam rubber or felt is highly recommendable; it fits well on round shapes and can be glued quick and neatly. A thick circle made of foam rubber, felt or cork ist highly recommendable for the downside of the can, too – to prevent the surface of your desk from damage. A little bit intricate, I admit – but mostly effective anyway.

Detail Bottlecaps

Detail Bottlecaps

Detail Bänder

Detail Bänder

Detail Perlen

Detail Perlen

Deckel

Deckel

Deckel Innenansicht

Deckel Innenansicht

Innenansicht

Innenansicht